Die Vorklasse als Chance

Mit dem vollendeten 6. Lebensjahr wird ein Kind eingeschult, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass es dann den Anforderungen zu erfolgreicher Mitarbeit in der 1. Klasse der Grundschule gerecht wird.

Doch die Realität im Schulleben zeigt, dass Kinder mit 6 Jahren zwar schulpflichtig sind, aber manche Kinder aus unterschiedlichen Gründen noch nicht schulfähig.

 

Gründe für eine Einschulung in die Vorklasse:

  • Das Kind ist in seiner gesamten Entwicklung verzögert, vielleicht weil es viel krank war.
  • Das Kind ist noch sehr verspielt und zeigt wenig Interesse an Dingen wie malen, basteln, oder z.B. den eigenen Namen zu schreiben.
  • Dem Kind fällt es noch sehr schwer, mit Stift, Schere und Kleber umzugehen.
  • Das Kind ist noch sehr unselbstständig und benötigt noch Hilfe beim An- und Ausziehen. Es benötigt bei Dingen, die es eigentlich auch schon alleine kann, meist noch persönliche Zuwendung und Hilfestellung.
  • Das Kind ist noch sehr zurückhaltend und schüchtern und hat Angst vor der Schule.
  • Das Kind spricht und versteht noch nicht so gut deutsch.
  • Das Kind hat körperliche Schwierigkeiten und ist noch sehr ängstlich und unsicher, z.B. beim Balancieren und Klettern.

 

Die Gründe für die Einschulung in die Vorklasse zeigen, dass Schulfähigkeit keinesfalls nur eine Frage des Intelligenzgrades, sondern auch eine Frage des körperlichen und seelischen Entwicklungsstandes ist.

 

Aufgabe der Vorklasse ist es, das Kind so zu fördern, dass es später in der Jahrgangsstufe 1 erfolgreich mitarbeiten kann. Daher wird zunächst der Entwicklungsstand eines jeden Kindes festgestellt, um es anschließend möglichst vielfältig fördern zu können. Um diesen Kindern eine gezielte Hilfestellung zu geben, haben sie die Möglichkeit, ein Jahr die Vorklasse zu besuchen. Hier haben sie Zeit und Raum, sich in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu entwickeln.

 

Die Zeit der Zurückstellung wird nicht auf die Dauer der Schulpflicht angerechnet.

 

Die Vorklassen werden von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen geleitet. Sie sind die feste Bezugsperson für die Vorklassenschülerinnen und –schüler.

Nach einer Beobachtungszeit erstellt die Sozialpädagogin einen Förderplan für jedes Kind, so dass die Kinder intensiv auf den Besuch der 1. Klasse vorbereitet werden.

 

Von der ARS und von den umliegenden Schulen wie der Käthe-Kollwitz Schule und der Meisterschule in Sindlingen werden insgesamt jedes Jahr etwa 12 bis 16 Kinder in die Vorklasse der ARS aufgenommen.

Die Vorklassenkinder werden wie alle anderen Erstklasskinder am gleichen Tag eingeschult und nehmen an der Einschulungsfeier sowie am Schulleben mit all seinen Festen, Projekten oder Ausflügen teil.

Die Vorklassenkinder haben wöchentlich mindestens 20 Schulstunden.

 

Was lernen die Kinder in der Vorklasse?

  • Das Sozialverhalten wird gefördert.
  • Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden entwickelt (Ethische Erziehung).
  • Besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten werden unterstützt.
  • Konzentration und Ausdauer werden geübt.
  • Die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik wird verbessert (Bewegungserziehung im Turnraum und im Außenbereich, Schwungübungen für die Vorbereitung auf das Lesen und Schreiben lernen).
  • Sprachkenntnisse werden erweitert, Kommunikationsfähigkeit wird gefördert (Umgang mit Sprache und Literatur).
  • Entwicklungsrückstände werden aufgeholt.
  • Sinneswahrnehmung wird geschult (z.B. durch Kim-Spiele).
  • Zahlen und Mengenverständnis wird aufgebaut (Einführung in mathematisches Denken).
  • Die Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungsberechtigten, Kindergärten und anderen Institutionen wird gepflegt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Vorklassenarbeit.

 

Ergänzend zu den Aufgaben der Vorklasse werden die Kinder bei Bedarf in therapeutische Behandlung weitervermittelt, wie z.B. in das SPZ, zur Ergotherapie oder Logopädie.

 

Neben all diesen Lerninhalten finden die Schwierigkeiten und Probleme jeden Kindes besondere Berücksichtigung. Im Rahmen von Kleingruppenarbeit und bei Bedarf auch in Förderstunden mit unserer Sprachheillehrerin, ist es möglich, jedem Kind intensive Hilfe anzubieten. Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist dabei sehr wichtig.

 

Am Ende der Vorklasse erstellt die Sozialpädagogin einen Entwicklungsbericht über jedes Kind und gibt Empfehlungen für die weitere Förderung.

 

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kinder die Vorklasse gerne besuchen, gestärkt und selbstbewusster sind und motiviert in das 1. Schuljahr starten.

 

Haben sie noch Fragen? Dann können Sie jederzeit über das Schulsekretariat Kontakt zu der Vorklassenleiterin Frau Canpolat aufnehmen (069-300387911).

 

 

Yildiz Canpolat

 

 

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