Lernzeiten-Konzept

 

Alle Grundschulen waren bis in die 90er-Jahre Halbtagsschulen. Am Nachmittag sollten die Schülerinnen und Schüler den Unterrichtsstoff des Vormittags zu Hause vertiefen. Die Aufgaben und Übungen hießen auch deshalb „Hausaufgaben“, da sie „zu Hause“ erledigt werden sollten.

 

Mittlerweile ist es so, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler am Nachmittag institutionell betreut werden. Die Adolf-Reichwein-Schule ist eine offene Ganztagsschule mit Nachmittagsangeboten im Profil 2. Derzeit wird der Großteil der Schülerinnen und Schüler der ARS in Institutionen außerschulisch am Nachmittag betreut. Die Kinder haben teilweise bis 17.00 Uhr Programm in den Einrichtungen und sind nach so einem langen Tag erschöpft und benötigen Ruhe und Erholung.

 

Genau aus diesem Grund, einhergehend mit der Entwicklung der modernen Schule, hat sich die Adolf-Reichwein-Schule im Schuljahr 2014/15 mit verschiedenen Konzepten zum Thema „Lernzeiten“ auseinandergesetzt. Schließlich wurden Hausaufgaben dem „Lernzeitenmodell“ gegenübergestellt. Als Fazit lässt sich festhalten, dass „Lernzeiten“ den häuslichen Bereich (ein großer Teil der Elternschaft ist der deutschen Sprache nicht mächtig) entlasten und den Kindern eine individuelle Förderung und vor allem Chancengleichheit ermöglichen.

 

So werden die Hausaufgaben an der Adolf-Reichwein-Schule durch fest in den Stundenplan integrierte Lernzeiten ersetzt.

 

Und so können die Lernzeiten realisiert werden:

  • In Klasse 1 und 2 sind die Lernzeiten verpflichtend.
  • In Klasse 3 und 4 sind die Lernzeiten freiwillig. Das heißt, dass alle Kinder die Aufgaben der Lernzeiten bearbeiten müssen, sie können sich aber entscheiden, ob sie dies zu Hause tun oder ob sie die Aufgaben lieber in der Schule bearbeiten möchten. Die Lernzeiten liegen in den dritten und vierten Klassen in sog. Randstunden, so dass Kinder, die die Aufgaben selbständig zu Hause bearbeiten, einfach nach der Lernzeitenstunde kommen oder vor der Lernzeitenstunde gehen.
  • Alle Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse bearbeiten Aufgaben der Lernzeiten.
  • Hausaufgaben entfallen.
  • Die Lernzeiten sind im Schullalltag (Vormittag) als zusätzliche Unterrichtsstunden integriert.
  • Jede Lernzeit beträgt eine Unterrichtsstunde.
  • Die Dauer der Lernzeiten orientiert sich an der wöchentlichen Hausaufgabenzeit laut Schulgesetz.
  • Während eines Lernzeitplans dürfen die jeweiligen Arbeitsmaterialien/Aufgaben in Klasse 1 und 2 nicht mit nach Hause genommen werden. Entscheiden sich Dritt- oder Viertklässler dazu, ihre Aufgaben selbständig zu Hause zu bearbeiten, sind sie dafür verantwortlich, die benötigten Materialien mit nach Hause zu nehmen und am Ende der Lernzeit vollständig in der Schule vorzuzeigen.
  • Am Ende jedes Lernzeitplans werden alle erledigten Aufgaben sowie der Lernzeitplan mit Rückmeldung an die Eltern mit nach Hause genommen und unterschrieben.
  • Der Umfang der jeweils einstündigen Lernzeiten könnte wöchentlich wie folgt im Stundenplan verankert werden:
  • 1. Schuljahr: 2 Lernzeiten
  • 2. Schuljahr: 2 Lernzeiten
  • 3. Schuljahr: 2 Lernzeiten
  • 4. Schuljahr: 3 Lernzeiten

 

  • Lernzeiten werden in Klasse 1 und 2 in Doppelbesetzung (Klassenlehrer/Lehrer oder Klassenlehrer/pädagogische Fachkraft) erteilt.
  • Die Lernzeiten werden in einem wöchentlichen/zweiwöchigen Rhythmus durchgeführt.
  • Die Lernzeiten werden während der Lernstandserhebungen, Projektwochen etc. ausgesetzt.
  •  

Lernzeiten ermöglichen individuelles Fördern, Fordern und praktisches Üben. Durch die zusätzliche Lernzeit am Vormittag mit professioneller Unterstützung kann jedes Kind auf seinem Lernweg begleitet werden und sich entsprechende Lernanregungen holen. Auch der Lernprozess eines Kindes wird sichtbar und kann besser nachvollzogen werden. In der Schule haben die Kinder zudem alle Anschauungs- und Arbeitsmaterialien zur Hand.

 

Die Doppelsteckung von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal ermöglicht zusätzliche Unterstützung und individuelle Begleitung. Die jeweilige Lehrkraft ist wünschenswerterweise die Klassenlehrerin, damit der Bezug zum Unterricht in den Hauptfächern gewährleistet ist. Gerade eine multiprofessionelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler erlaubt einen ganzheitlichen Blick auf das Kind.

 

Das Ziel von Lernzeiten ist schließlich die Ausbildung und Förderung der Selbstständigkeit der Kinder. Die Schülerinnen und Schüler organisieren ihr Lernen (Lernzeit) mehr und mehr selbstständig und werden dabei durch kompetente Lernbegleiter unterstützt. Das „Selbstständige Lernen“ ist eine Schlüsselkompetenz und in den Bildungsstandards fest verankert. Diese ist entscheidend für das erfolgreiche Lernen an weiterführenden Schulen.

 

Die Neuerung ab dem Schuljahr 2017/18, dass Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen entscheiden, ob sie die Aufgaben der Lernzeiten zu Hause oder in der Lernzeitenstunde in der Schule bearbeiten, trägt weiter dazu bei, dass die Kinder zu selbständigen Lernern werden.

 

Frankfurt am Main, Mai 2015

aktualisiert im Juni 2017

 

 

 

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